Friday, 19 October 2018
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Warum die Fotografie ein großartiges Hobby ist?

Diese konkrete Frage stellen gerade Thomas und Melanie auf ihrem lesenswerten Blog!

Hier meine persönliche Antwort zu dieser Frage! Vor einiger Zeit hatte ich eine kleine Schaffenskrise was die Fotografie betraf. Damals stellte ich mir auch immer wieder die Frage warum ich überhaupt fotografiere. Schließlich erinnerte ich mich ein wenig an meine ersten Fotojahre zurück, die Zeit als ich noch mit einer analogen Kamera durch die Gegend zog und ein paar Schnappschüsse machte. Dabei fielen mir spontan sechs Punkte ein warum ich wieder die Kamera in die Hand nehmen sollte!

Punkt 1: Menschen kennenlernen!

Mit Menschen kennenlernen meine ich jetzt nicht unbedingt andere Fotografen oder Gleichgesinnte zu treffen. Eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall, ich kann es gar nicht mehr leiden in einer Gruppe zu fotografieren. Vielmehr mag ich es alleine durch die Orte dieser Welt zu ziehen. Dabei lerne ich bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder Menschen kennen, mit denen ich im Anschluss mal mehr mal weniger Kontakt habe. 

Eine unspektakuläre Aufnahme; in dem Haus wurden Szenen zum Film Quadrophenia (1979) gedreht. Natürlich kam der Eigentümer raus und fragte warum ich sein Haus fotografierte. Offenbar war ich  der erste, der ihm erklärte dass sein Haus “berühmt” ist! Er war völlig aus dem Häuschen, als ich ihm die Szenen zeigte! Seit dem sind wir gute Bekannte und treffen uns regelmäßig. Bei so unscheinbaren Movie Locations passiert mir das übrigens öfters, nur dass die Bewohner, Ladenbesitzer usw. in der Regel wissen, dass bei ihnen Terminator, Pulp Fiction usw. gedreht wurde.

Punkt 2: Veränderungen festhalten!

Als ich mir meine erste digitale Kamera zulegte musste ich mit dieser für mich absolut neuen Technik erst zurecht kommen bzw. das ganze auch erlernen. Während dieser Zeit war ich täglich mit der Kamera in meiner Heimatstadt München unterwegs. Ich fotografierte einfach darauf los. Eher zufällig schlenderte ich an einem sonnigen Julitag über die Theresienwiese wo gerade der Wiesnaufbau startete. Von Anfang Juli bis Mitte September hielt ich mich regelmäßig auf der Wiesn auf um den Aufbau fotografisch festzuhalten. Es war erstaunlich wie schnell sich das Bild auf der Theresienwiese veränderte. 

Aufbau der Wiesn 2008; alle drei Fotos wurden fast vom selben Standpunkt aufgenommen und entstanden über einem Zeitraum von 5 Wochen. Die Aufnahme entstand Mitte Juli, im Hintergrund das Gerüst für das Löwenbräuzelt. 
Aufbau der Wiesn 2008; Anfang August
Aufbau der Wiesn 2008; Ende August;  leider kann man seit ein paar Jahren das Gelände während der Aufbauphase nicht mehr betreten, da es vollständig eingezäunt ist. Mit den Jahren wurden es immer mehr Menschen die sich auf der Wiesn rumtrieben und sogar ohne Erlaubnis die Zelte betraten. Es entstand ein regelrechter Aufbautourismus und der Zaun war die logische Folge. Der Mensch macht sich halt alles selber kaputt. 

Punkt 3: Entspannung!

Beruflich habe ich häufig sehr stressige und extrem belastende Phasen. Um diesen Stress abzubauen steige ich regelmäßig auf meine Fahrrad und drehe damit meine Runden.  Ich bin an der frischen Luft und in Bewegung! Da bringt man den Kopf frei. Und auch bei solchen Touren habe ich regelmäßig eine Kamera dabei. Gerade diese Kombination Kamera + Rad ist für mich Erholung und Entspannung pur. Das funktioniert aber nur wenn ich alleine bin. Darum beteilige ich mich auch an keinen Photowalks oder Fototreffen mehr. Ich will beim fotografieren einfach meine Ruhe haben! 

Radfahren und fotografieren; für mich ist das Entspannung pur. Im Hintergrund die Allianz Arena in den “richtigen” Farben.

Punkt 4: Andere Blickwinkel suchen

Ich persönlich finde es nicht gerade erholsam, im Urlaub an einem dieser Top Fotospots mit hundert anderen Fotografen zu stehen. Darum versuche ich immer Alternativen zu diesen Top Spots zu finden! Außerdem macht es mir extrem viel Spaß Fotopunkte zu suchen die das Motiv aus einem anderen Blickwinkel zeigen. 

Einer der Top Spots zum Sonnenuntergang in LA, das Griffith-Observatorium. An sonnigen Tagen ist die Location überrannt. Unternimmt man eine kleine Wanderung in die Berge ist man alleine und hat einen tollen Ausblick auf die Stadt. 

Seit einiger Zeit fotografiere ich sehr gerne Street Art, Lost Places und Movie Locations. Meistens liegen diese Locations abseits der üblichen Touristenströme, was mir natürlich sehr entgegen kommt, da ich so auch andere Motive entdecke, die der “normale” Besucher jetzt nicht unbedingt findet. 

Chicago hatte ich 2016 eine Woche lang mit dem Fahrrad erkundet. Ich war auf der Suche nach einem Lost Place und dabei entstand diese Aufnahme, ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf die Skyline.
Nochmal LA! In LA bin ich meistens in der Nacht unterwegs. Dafür gibt es zwei Gründe:
1. Tagsüber ist LA hässlich, in der Nacht blüht das grässliche Moloch auf und wird zur schönsten Stadt der Welt. 
2. Nachts steht man nicht im Stau! Hin und wieder muss man sich halt dem Rhythmus der Stadt anpassen. Zum Foto, ich war in dieser Nacht im Bezirk Echo Park unterwegs um ein paar Movie Locations zu fotografieren. Was will man bei so einer Aussicht anderes machen als das Stativ und die Kamera aus der Tasche zu holen? Klar, man muss hier etwas vorsichtiger sein, aber man hat dafür auch seine Ruhe.

Punkt 5: Erinnerungen festhalten!

Es dauerte eine lange Zeit um mich wieder auf diesen sehr wichtigen Punkt zu besinnen. Als ich mit der digitalen Fotografie anfing dauerte es nicht lange und ich landete bei den übliche Community´s. Angefangen hatte es mit der Fotocommunity, es folgten Flickr, 500px, Facebook usw. Das ein oder andere Forum kam auch noch hinzu. Und dann passierte was absolut dummes! Ich war eigentlich nur noch damit beschäftigt diese Kanäle mit Fotos zu füttern und sah ständig nach, ob jemand ein Like, Sternchen oder einen Kommentar unter meinen Fotos hinterließ. 

Und irgendwann machte es bei mir Klick! Ich fotografiere nicht für irgendwelche Plattformen, Sternchen, Likes oder Künstlermärkte!

Nein…ich mache das für mich, das ist mein Leben das ich damit auch irgendwie festhalte! 

Hier eine Aufnahme aus Hollywood von 1992; als ich das Foto machte wusste ich noch nicht was an diesem Tag noch so alles auf mich zu kommen würde. Es war ein cooler und intensiver Tag. 26 Jahre später, ich sehe das Foto und kann mich an den gesamten Tag  ganz genau erinnern. Und so geht es mir bei vielen meiner Fotos.  

Punkt 6: Spaß!

Was soll ich schreiben? Fotografieren….mein Leben festhalten…es macht mir einfach Spaß!

So…. das war nun mein kleiner Beitrag zu der Fotoparade von Thomas und Melanie! Abschließend muss ich mich jetzt noch bei den beiden bedanken. Während ich diesen kurzen Artikel verfasste sind mir noch ein paar andere Gedanken durch meinen Kopf geschossen. Themen über die ich hier eigentlich entgegen meiner Gewohnheit schreiben könnte! 

  • Moin,

    auch hier kann ich endlich mal einen Kommentar hinterlassen. Nur Stress in den letzten 2 Wochen.

    Ganz wichtig finde ich Deiner Erkenntnis: “Und irgendwann machte es bei mir Klick! Ich fotografiere nicht für irgendwelche Plattformen, Sternchen, Likes oder Künstlermärkte!”

    Genauso ging es mir auch irgendwann und ich begann die eigene Webseite bzw. den eigenen Blog in den Mittelpunkt zu stellen. Das hat mein Hobby Fotografie noch um einen Aspekt erweitert. Denn irgendwie gehört mein Blog für mich zur Fotografie dazu, wo ich meine Bilder so zeigen kann, wie ich es möchte.

    Und ohne Spaß an der Fotografie, also Punkt 6 bei Dir, geht mal garnichts.

    LG Thomas und nochmals Danke für den Beitrag zu unserer Blogparade.

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